Donnerstag, 1. August 2013

NACKT IM GARTEN

Nach alter asiatischer Lehre soll ein Garten offen für Jeden, doch so geschlossen sein, dass man sich nackt darin entspannen kann. Wasser, Steine, Pflanzen und alles Leben sollen Eins werden womit der Energiefluss zur inneren Entspannung dient. Mit japanischen Gärten, Ying/Yang, Esoterik oder Energieflüssen mag ein Mancher noch seine Probleme haben, aber diese Lehre hat noch eine Andere Perspektive, nach der wir uns alle sehnen: Ruhe und Geborgenheit.
Damit ist keine Geschmacksrichtung, Lebenseinstellung oder Ideologie gemeint, sondern der eigentliche Wunsch nach einem Stück Erde, auf dem Man sein eigener Herr ist. Ein Stück Erde auf dem gepflanzt, getobt, entspannt, gefeiert, gearbeitet und ein Teil von sich selbst verarbeitet wird. In manchen Klimazonen wird der Garten sogar zu einem zweiten Zuhause. Mit einfachen Worten: Im Garten will man nicht beobachtet werden und sich in der Natur mehr oder weniger frei entfalten. Es gibt unzählige Möglichkeiten Sichtschutz zu erbauen. Aber auch hier kann ökologisch und umweltbewusst vorgegangen werden, in dem geeignete Materialien, vorhandene Gegebenheiten  oder ein bisschen Kreativität eingesetzt wird.

 

Hecke

Es kommt immer auf den Standort, die Größe und den Zweck eines Grundstücks an, für welche Form des lebenden Sichtschutzes man sich entscheidet. Für alle Hecken, ob aus immergrünen Koniferen, Blütensträuchern, Kletterpflanzen oder Gehölzen gilt das Gleiche: VON MÄRZ BIS NOVEMBER WIRD NICHT GESCHNITTEN!! Wäre dies nur so ein Beschluss, der mal wieder verabschiedet wurde weil man ahnungslos etwas unterschrieben hat wäre es mir auch egal. Aber ausnahmsweise hat dieses Gesetz einen tieferen Hintergrund. Es geht dabei um die Vogelbrut, bzw. Vögel beim Nestbau nicht zu stören. Wer in die Natur schaut erkennt, dass es mir um Zug/Singvögel geht.  Krähen oä. bauen ihre Nester eh nicht in der Hecke im Neubaugebiet oder an Waldrändern wo Feinde wie Bussard oder Falke warten. Ich glaube hier wird nochmals klar, dass ich für Naturfreunde schreibe und nicht für protzige, parkähnliche, in geometrischer Form angelegte "Hobbygärtner". Dies hat nichts mit Geschmäcker zu tun, sondern mit dem Bezug zur Natur, womit sich zubetonierte und steril gerade gehaltene Gärten so oder so ins Aus schießen.    Zurück zum Thema
Für Wochenendgrundstücke oder Parzellen und wo immer es möglich ist ist die Korbweide (Salix viminalis ) nicht nur ein Segen für den Geldbeutel. Sie bietet mit ihren vielfältigen Eigenschaften einen Raum für immer neues Leben, lässt sich phantasievoll in die Natur einbinden und ist Lebensraum für allerlei Tiere. Es liegt in der Art der sogenannten Kopfweide, dass der Stamm sich ganz von selbst aushöhlt, was nach einiger Zeit Raum für Eulen, Uhus oder bei hohem Wuchs auch Störchen bietet. Wer schon einmal einen Zweig von Weiden, die man häufig in Ostersträußen findet in den Boden gesteckt hat, stellte nach 2 Wochen fest das die Weide " Wurzeln zog ". Auch bei der Korbweide ist es so. Mit den langen, grünen und biegsamen Trieben lassen sich mit etwas Geschick echte Kunstwerke flechten, wobei die Korbweide dafür besonders geeignet ist. Ob lebend mit Wurzel oder als elastische Längen im getrockneten Zustand kann die Weide als Tipi, Unterstand, Sicht oder Windschutz zum Einsatz kommen.




  


 
Werden Weiden geschickt eingesetzt, kann in Verbindung des Blattwerks, Konstruktion und Verwebungen für Erwachsene ein schattiges Plätzchen und für die Kleinen in der Nähe der Rutsche eine erträumte  Räuberhöhle entstehen, wozu sich in Form geschnittene Trauerweiden ( Salix alba `Tristis` ) genauso gut eignen.








Um mit solchen Konstruktionen einen kompletten Sichtschutz zu erhalten dauert es natürlich seine Zeit. Je nach Lage kann durch standortgemäße Pflanzung von essbarem Obst/Strauch oder Gemüsegewächsen Abhilfe geschafft werden. Geführtes Spalierobst, Weinreben, in klimatisch warmen Gebieten Kiwi,  sowie Him oder Brombeeren eignen sich hierfür genauso wie Bohnen oder Tomaten an der Stange, oder Pfefferminze und Zitronenmelisse in davor liegenden Hochbeeten. Als besonders vogelfreundliche Gehölze sind neben den für die Menschen vorteilhaften Sträucher wie die Schlehe ( Prunus spinosa ) oder Sanddorn ( Hippophae rhamnoides ) auch die Berberitze ( Berberis ottawensis `Superba`) oder die Blutpflaume ( Prunus cerasifera `Nigra`) dank ihrer Dornen ein kleiner Schutz vor ungebetenen Gästen.
Als Teile einer Blütensträucherhecke eignen sich, unter den vorausgesetzten Bedingungen auch die Deutzie ( Deutzia magnifaca ), Forsythie ( Forsythia intermedia ), Weißdorn ( Crataegus monogyna ), Flieder ( Syringa vulgaris ), Perückenstrauch ( Cotinus coggygrya ), Kornelkirsche ( Cornus mas ), Hartriegel ( Cornus sanguinea ) und natürlich viele andere Gehölze.