Freitag, 26. Juli 2013

ÖKOSYSTEM IM EIGENEN GARTEN

Die Wege und Beete sind Dank Folien und dem Ausbringen von Chemiebomben frei von Wildwuchs, Schneckenkorn liegt neben dem Kopfsalat, das Hornissennest wird abgefackelt und wenn das Wort Wühlmaus oder Maulwurf fällt ist die Panikattacke nicht weit? Dann ist es wohl besser als Rückzugs - Entspannungsbereich eine sterile Arztpraxis zu wählen, anstatt einem Garten. Wer sich Garten - oder Naturfreund nennt und dies durch einen Garten wiederspiegeln will, sollte auch für die Lebewesen
ein gewissen Maß an Verständnis aufbringen. In der Natur bilden Tier - und Pflanzenarten in ihrem jeweiligen Lebensraum, z.B. See, Meer, Sumpf oder Steine bestimmte Lebensgemeinschaften. Zwischen den Lebewesen und auch zwischen ihnen und ihrer Umgebung bestehen bestimmte, komplizierte Wechselbeziehungen, die als Ökosysteme bezeichnet werden. Diese Ökosysteme, z.B. Wiese, Wald, See stellen in sich geschlossene Systeme dar die sich selbst regulieren. Durch diese biologischen Gleichgewichte machen sich die einzelnen Lebewesen gegenseitig Abhängig und somit wird eine Massenvermehrung vermieden. Immer ist die Voraussetzung dafür, dass keine unnatürlichen Eingriffe, die fast immer vom Menschen gemacht sind, stattfinden. Im Garten - und Landschaftsbau, aber auch im Privatgarten handelt es sich wegen den Monokulturen um künstliche Ökosysteme ohne biologische Gleichgewichte. Schadorganismen, denen optimale Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden, stehen so gut wie keine natürlichen Feinde mehr gegenüber. So kommt es schnell zu Massenvermehrungen von Schädlingen der Kulturpflanze, die auch von keinem natürlichen Gegenspieler mehr bekämpft werden können, weil sie schlicht nicht da sind. Mit der sog. biologischen Bekämpfung und der biologischen Vorbeugung versucht man sich Mutter Natur zum Vorbild zu nehmen und ein Gleichgewicht wieder herzustellen. Ziel der biologischen Bekämpfung ist demnach nicht die komplette Ausrottung von Schadorganismen, sondern die Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Nützlingen und Schädlingen. Dies geschieht auf einem Niveau, bei dem der durch Schädlinge angerichtete Schaden unterhalb der wirtschaftlichen Schadensschwelle bleibt. Für den Privatgärtner bedeutet dies, dass eine Ausfallsrate von Pflanzen, Kräuter oder Obst/Gemüse bis zu 10% dem natürlichen Kreislauf überlassen wird. Durch vernünftige Planung oder kleinen baulichen Maßnahmen können Nützlinge gefördert und damit als Gast im Garten eingeladen werden.



Wie bereits angekündigt wurde ein Video zu diesem Thema gemacht.