Donnerstag, 27. Februar 2014

Brennessel

Brennnessel ( Urtica dioica L. )

Keine unserer einheimischen Pflanzen wird gleichzeitig gehasst und verehrt wie die Brennnessel. Für den einen das wuchernde unbeliebte Unkraut und ein anderer sieht denkt dabei an Salat einen wohlschmeckenden Tee oder gar in die Richtung Spinat. Den meisten ist garnicht bewusst das wir Menschen für den turbulenten Wachstum der Brennnessel verantwortlich sind durch die jahrzehnte lange Vergiftung unserer Böden mit Gülle die einen hohen Stickstoffgehalt aufweist ist die logische Konsequenz daraus entstanden das durch den Stickstoff etliche Pflanzen ihrer sonstigen Lebensgrundlage beraubt wurden und die Stickstoff liebende Brennnessel sich so erheblich verbreiten konnte.
Aber dennoch sollte nicht in Vergessenheit geraten das die Brennnessel eine Heil- und Gemüsepflanze ist und von der Wurzel bis zu ihrer unscheinbaren Frucht vielseitig genutzt werden kann und wird. Sie kann eine Höhe von bis zu 150cm erreichen ihre Stängel und Blätter sind mit Brennhaaren umgeben. Man findet sie sehr häufig in Wäldern an Ufern von stehenden und fließenden Gewässern unter dunklen dich stehenden Gebüschen sogar auf Brachland fühlt sie sich wohl und nicht zu vergessen auch in privaten Gärten ist sie gerne zuhause. Die Brennnessel ist nahezu geruchslos aber ein jeder der sie mal gekostet hat kann bestätigen das sie einen aromatisch würzigen Geschmack vorzuweisen hat. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Oktober die Sammelzeit für ihre Triebe und jungen Blätter beginnt ab März für die Wurzel September bis Oktober und für ihre Samen sollte man Juli bis Oktober im Hinterkopf festhalten.
(Verwechslungsgefahr mit der Taubnessel diese hat jedoch keine Brennhaare und trägt farblich auffällige Blüten)


Gedanke über das Un-Kraut

In der Natur gibt es überhaupt kein Unkraut. Jede Pflanze hat dort ihren Platz und somit nützliche Funktion.
Die Natur arbeitet nach ihren Regeln sofern wir nicht Giftgesteuert auf sie einwirken, deshalb sollte man auf Gewächse die ,,wild" dazwischen auftauchen, nicht Un-Kraut sondern Wildkräuter nennen. So klingt es respektvoller und man kommt ihrem wahren Bestimmung etwas nähr. Dann versteht man vielleicht das erscheinen der sogenanten lästigen Eindringlinge und lernt sie in wertvolle Helfer zu verwandeln. Brennnesseln gehören zu denjenigen Wildkräutern, die in jedem Garten vielseitige Dienste leisten. Gerade aus der Brennnessel kann man wertvolle flüssige Dünger herstellen.

Nur so am Rande

Bei Wachswetter was meist im Mai ist werden jede Menge Wildkräuter zum Austreiben angeregt. Jetzt gibt es Brennnessel in Fülle, deren Inhaltsstoffe eine stärkende oder heilsame Wirkung hat. So enthält die Brennessel nachweislich Eisen, Kieselsäure, Kalium, Calcium und weitere Wirkstoffe, die nach der Vergärung aus den Blättern gelöst werden und den Gartenpflanzen beim gießen und besprühen zugute kommen. Die Wirkstoffe sind meist nur in geringen Mengen vorhanden, so dass sich meist keine schnellen Erfolge zeigen. Wie alle Naturheilmethoden ist auch die Anwendung von Jauche eine Langzeittherapie.



Brennnesseljauche Rezept

1kg frische Brennnesseln in einem großen Behälter mit 10 Litern Wasser übergießen, 1 Woche gären lassen.Vor der Anwendung der Jauche diese verdünnen d.h. auf 1 Liter fertige Jauche erneut 10 Liter Wasser geben. ( Jauche hat einen recht unangenehmen Geruch mit etwas Steinmehl kann man diesen etwas mildern.)


Beißende Brennnesselbrühe

Einem großen Behälter mit frischen Brennnesseln füllen, die vor der Blüte gepflückt werden sollten. Mit wasser (am besten Regenwasser) übergießen bis alle Pflanzen bedeckt sind. Diese Mischung 12-24 Stunden stehen lassen. Sie darf nicht gären! In dieser Zeit geht die brennende Substanz der Brennnesseln in die Flüssigkeit über.Die daraus entstehende Brühe kann unverdünnt über die Planzen gespritzt (nicht gießen) werden, falls diese stark von Läusen geplagt sein sollten.


Brennnessel ernten und trocknen

Kann während der gesammten Blüte geerntet werden. Die Sträucher dabei kräftig zurück schneiden.Immer nur wenige Zweige bündeln und an einem warmen, luftigen aber schattigen Ort kopfüber zum Trocknen aufhängen. Schon nach wenigen Tagen können die Blätter leicht abgestreift werden. ( In dichtschließenden Dosen oder dunklen Schraubgläsern lässt sie sich ohne Qualitätsverlust mehrere Monate aufbewahren.)






Wissenswertes

 

 

Rezepte gibts HIER