Sonntag, 21. Juli 2013

BODENPFLEGE

Die richtige Behandlung des Bodens kann in Zeiten der Dürre, wie sie in den letzten Jahren auch in unseren Regionen immer öfter vorkommen über Leben und Tod von Pflanzen entscheiden. Obwohl sich Böden in ihrer Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, unterscheiden, lassen sich vor allen wasserdurchlässige Böden durch den Zusatz von organischem Material verbessern.

Klassifizierung des Bodens

Um zu verstehen wie rasch ein Boden bei Wassermangel austrocknet, muss man seinen Typ feststellen. Sandige Erde mit großen, durchlässigen Partikeln trocknet schnell aus. Sie fühlt sich beim Zerreiben grusig an und die Färbung ist oft hell. Dünne, alkalische,kalkreiche Erde ist für Dürreperioden ähnlich anfällig und ist im trocknen Zustand meist hellgrau. Bei Nässe wird ihre Oberfläche klebrig. Lehmiger Boden, der sich aus dichten Partikeln zusammensetzt, speichert das Wasser länger, im Normalfall zu lange. Bei Trockenheit wird er Steinhart und lässt sich nicht bearbeiten. Dieser sollte komplett ausgetauscht werden, da hier wenig Aussicht auf erfolgreiches Wachsen besteht. Um für fast alle Pflanzentypen, Gemüse, Kräuter, Stauden, Gehölze und Sträucher eine gute Vorbereitung zu treffen, braucht man gar nicht allzu tief in den Geldbeutel zu greifen. Auch hier gilt wieder die Devise die Natur weiss schon was sie tut. Also schauen wir uns einmal um.

Geschlossener Nährstoffkreislauf

Seit ein paar Jahren wird auch in Deutschland wieder mehr und mehr dazu übergegangen, dass man Wälder sich selbst überlässt. Man scheint mancher Orts kapiert zu haben, dass durch Eingriffe wie Kahlschlag, Säuberungsaktionen und Verdichtungen des Bodens in Windeseile Gebiete für immer zerstört werden, die oft über 120 Jahre brauchten um zu wachsen. Was der " moderne Mensch " heute Urwald Zustand oder Nationalpark nennt, ist nichts Anderes als ein sog. geschlossener Nährstoffkreislauf. D.h.: In dem man umgefallene Bäume, abgebrochene Äste, Wildkräuter und zum Teil Tierkadaver dem Lauf der Zeit überlässt, sorgt der Wald selbst für die Beschaffung von Humus, Nährstoffen, Licht und damit auch ständigen Nachwuchs und Wachstum. Das geschieht mit Hilfe von Tieren, Pilzen und Mikroorganismen, die ständig für Veränderungen und eine gerechte Aufteilung für alles Leben sorgen.
                                                                                                   
Durch die natürliche Kompostierung können wir im Wald feststellen, dass die Schicht des Oberbodens im Schnitt ca. 15 - 30 cm beträgt. Darunter folgt der Unterboden, wo die Pflanzen je nach Vorliebe in ihrem Standort wachsen können. ( → VIELE VERSCHIEDENE EINSATZGEBIETE )
Genau das Gleiche würde in jedem Beet, Garten, Streuobstwiese und Anlagen auch passieren. Aber da nur Wenige einen solch wilden Garten vorzeigen wollen und die meisten Pflanzen wegen Züchtungen auf Pflege angewiesen sind, müssen wir in Sachen Nährstoffe und Bodenverbesserung nachhelfen. Jedoch bleibt das Prinzip das Gleiche.

Mutterboden und Kompost

FAUSTREGEL: Das Pflanzloch sollte 1,5 mal so tief und 3 mal so breit sein wie der Pflanzballen/Wurzel.
Es macht nun keinen Sinn Loch für Loch zu graben und mit dem Erde - Kompostgemisch aufzufüllen, wenn ein Beet oder eine größere Fläche angelegt wird. Hier empfiehlt es sich einen kompletten Bodenaustausch vorzunehmen. Sollen Obstbäume oder andere große Gehölze gepflanzt werden, so geschieht das ohnehin separat. Für Gemüse, Kräuter, Sträucher, Stauden oder Ziergehölze ist eine Tiefe von ca. 40 - 60 cm, je nach Größe der Pflanzen ausreichend. 1 Teil Mutterboden zu 2 Teilen Kompost gut vermischen und auf der Pflanzfläche verteilen. Den Kompost kann man beim Recyclinghof preisgünstig erwerben, sollte keine Kompostieranlage in der Nähe sein. Um günstigen Mutterboden zu bekommen sollte man bei einer Baufirma oder dem Landschaftsgärtner nachfragen. Oft sind kleinere Betriebe froh guten Aushub los zu werden, weil Platzmangel herrscht oder die Entsorgung teuer ist. Zur Düngung sollte man ebenfalls auf organisches Material zurückgreifen. Am besten geeignet ist Tiermist. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit Mist zu besorgen. Wenn Dünger gekauft wird sollte darauf geachtet werden, dass er organisch ist und auf alle Fälle Tierverträglich. N P K sind hier die 3 Hauptnährstoffe auf die es ankommt. (N)Sticksoff, (P)Phosphor und (K)Kalium sind in jedem Langzeitdünger enthalten. Andere Nährstoffe und Spurenelemente müssen je nach Pflanze extra gedüngt werden, sind aber auch in gewöhnlichen NPK - Düngern enthalten. Die Mengen sind in Prozentangaben auf den Verpackungen aufgelistet.